Meine Gerätesammelsurium bescheinigte mir einen guten Schlaf und gute Vitalwerte: „Du bist fit“. Ich ließ es dennoch ruhig angehen mit dem Frühstück und machte mich erst danach fahrfertig.

Der Weg durchs Kinzigtal ist weitgehend gut zu fahren, auch wenn der Weg zwischen Bahnstrecke und Autobahn gern mal etwas im Zickzack geht. Trotzdem sind auch die Ortsdurchfahrten gut zu meistern, den meisten Autoverkehr schlucken die parallel laufende Autobahn und teilweise Bundesstraße, mit der man nur peripher in Verbindung kommt.
Eigentlich freute ich mich auf eine kurze Pause an der Kinzigtalsperre, doch dort waren diesmal Ausbesserungsarbeiten im Gange, so dass ich nicht auf dem Damm kam, außerdem war natürlich auch diese Talsperre – wie so viele am Ende dieses trockenen Sommers – leer. So fuhr ich weiter, freut mich am pittoresken Örtchen Steinau an der Straße und machte erst in Schlüchtern in einem Bäckerei-Café eine Pause. Hinter Schlüchtern wird es hügelig, direkt hinter dem Ort beginnt ein kleiner Anstieg.

Je weiter ich in Richtung Fulda kam, desto mehr machte ich mir Gedanken, wie ich weiter machen sollte. Meine Beine fühlten sich nicht so fit an, wie mein Körper, aber eigentlich ging es gut voran. Ich beschloss in Fulda eine Pause zu machen und planen. Innerlich hatte ich aber auch schon getreu dem Motto ChillOut mit dem Gedanken gespielt, die Tour in Fulda zu beenden.
Bei einem Eiskaffee wägte ich ab. Von Fulda bis Erfurt sind es fast 150km, dazwischen sind wenige Möglichkeiten auszusteigen. Und es geht erst den Milseburgradweg hinauf, dann über das Grüne Band und am Ende noch über die neue Ausspanne. Die sinnvolle Möglichkeit wäre gewesen, noch bis Hilders zu fahren ,also den Milseburgradweg hinauf – etwa 30 bis 40 Kilometer – und dort eine Unterkunft zu suchen, dann am nächsten Tag über die beiden größeren Anstiege bis Erfurt. Allerdings zeigte die Wettervorhersage für den Mittwoch eine Regenfront, die über’s Land ziehen sollte und die kommenden Tage waren kühler und grau. Vor diesen Hintergrund entschied ich letztlich, die Tour beim Eiskaffee, blauem Himmel und unter einer Palme enden zu lassen und spontan mit dem nächsten ICE nach Berlin zu fahren.












