Den Tag starteten wir wieder gegen 8 Uhr, diesmal mit einem Frühstück im Hotel. Die heutige Etappe würde mit ca. 140km relativ lang werden, zwar flach, allerdings hatte der weiter kräftige Wind auf südliche Richtung gedreht, würde uns also wieder voll von vorn erwischen.
Nachts hatte es geregnet, aber als wir am Morgen losfuhren, war das Wetter angenehm. Nach einem kurzen Einkauf rollten wir durch die Stadt runter zur Maas, dann ging es auf dem Uferweg entlang. Das Tal wird hier bedeutend enger, die Maas ist nicht mehr so industrialisiert und kanalisiert, dadurch ändert sich der Charakter vollkommen. Niedliche Orte und tolle Felsstrukturen prägen das Tal, immer wieder sind kleine Schlösser oder Landsitze am Ufer oder in den Hängen, die sich im ruhigen Wasser spiegeln.

Bis Dinant geht es vorwiegend am Ufer entlang auf einem Radweg, dann folgen einige Kilometer auf einer ruhigen Landstraße und irgendwann führt uns die Route auf einen Bahnradweg, der sanft ansteigt, bis es dann in kurzer Abfahrt nach Givet und damit über die französische Grenze geht.
Kaum haben wir den Ort hinter uns gelassen zeigt Frankreich, wie EuroVelo Radwege gehen: Bester Belag, gut ausgebaut, alle paar Kilometer gibt es Pausengelegenheiten mit Sitzmöglichkeiten, teils auch Tischen, Fahrradbügeln etc. Auch typisch Frankreich: zuerst mal führt der Weg direkt an einem Kernkraftwerk vorbei.

Ab hier fängt der Fluss auch an, zu mändern. Ist ein Ort Luftlinie noch 10 Kilometer entfernt, sind es oft problemlos 20 Kilometer Wegstrecke zu fahren. Da aber mittlerweile starker Wind aus südlicher Richtung bläst, geben die Flussbiegungen zumindest ab und zu eine Pause vom Gegenwind, sei es, weil wir auf der Leeseite der Berge fahren, sei es, weil der Weg in ganz andere Himmelsrichtungen führen.
In einem der kleinen Orte machen wir Mittagspause in einer Boulangerie, anschließend zieht sich der Weg aufgrund des Windes aber noch ziemlich. Dennoch entscheiden wir, bis Charleville-Mézières durchzuziehen und buchen uns dort Hotelzimmer. Zum Ende, nach einem kleinen Durchhänger, ist die Fahrt aber wieder angenehm.

Am Ziel angekommen machen wir uns frisch, dann laufen wir durch die Stadt und essen zu abend. Nicht allzu spät sind wir in unseren Betten. Morgen wartet ein weiterer spannender Tag.