Tag 10: SPEZI / Freiburg – Uffholtz

Der Vormittag war nochmals für die SPEZI eingeplant. Ich packte, tauschte mit Micha, der an diesem Tag mit der Bahn in Richtung Berlin fuhr, noch einige Sachen, dann checkten wir aus und ließen Rad und Gepäck noch bis zur Abreise im Hotel. Gemeinsam zogen wir zum Bäcker um die Ecke, frühstückten und liefen in Richtung SPEZI, wo sich dann Yvonne bereits verabschiedete und auf den Weg nach Hause machte.

Auf der SPEZI selbst standen noch ein kleines Mastodon-Meetup, Feedback an Radical nach dem Packen meiner neuen Tasche und natürlich noch eine kleine Verabschiedung von Gary und dem Laidback Bike Report Team an, sowie ein Treffen mit Gerald von Hofrad. Damit war der Vormittag dann auch bestens verplant und statt wie geplant um 12, kam ich erst um 13 Uhr los. Da aber nur etwas mehr als 70 flache Kilometer auf dem Plan standen, war das nicht wirklich dramatisch.

Ich nutzte die gute Freiburger Fahrradinfrastruktur, um den Ort zu verlassen und bei über 20°C und praller Sonne fuhr ich dann südwestlich aus der Stadt. Zwischen Weinbergen und Feldern, aber auch durch Orte, hatte ich ein leichtes Gefälle und kam gut voran, auch der Wind war mir hold.

Bei Fessenheim überquerte ich den Rhein und kreuzte im Ort die Strecke, die ich schon häufig und Nord-Süd-Richtung (bzw. umgekehrt) gefahren bin. Auf Landstraßen mit mäßigem Verkehr kam ich bis Ensisheim, von dort nutze ich einen Bahntrassenradweg und weitere autofreie Infrastruktur bis Cernay. Zum Ende hin wurde ich etwas langsamer, denn hier ging es leicht bergan. Von Cernay nach Uffholtz war es dann nicht mehr weit, aber das Garmin zeigte bereits den für den kommenden Tag geplanten Anstieg an.

Zum Essen lief ich später noch nach Cernay zurück, denn in Uffholtz hatte am Sonntag alles geschlossen. Die Auswahl war auch dort eingeschränkt (Pizza, Döner, Burger – ich entschied mich für letzteres), aber besser als nichts.

Tag 8: Strasbourg – Freiburg

Der heutige Tag hielt nur noch etwa 100 Kilometer für uns bereits, weil wir am Vortag mit 172 Kilometern so viel Strecke vorgelegt hatten, dass wir es gemütlich angehen konnten. Wir frühstückten also in „zivil“ und zigen uns erst danach um und packten die Taschen.

Vom Hotel zum Kanal ging es auf kurzem Wege über die hervorragende Fahrradinfrastruktur von Strasbourg. Dann folgten gut 55 Kilometer Fahrt am Rhein-Rhone-Kanal. Zuerst zwischen den großen Ausfallstraßen von Freiburg, weiter südlich wurde es ruhiger. Viele Radfahrer waren unterwegs: Auf dem Rennrad zur Trainingsrunde, zur Ausfahrt mit dem Hund und auch Reisende mit kleinen und großen Taschen.

Neben einigen Abschnitten, auf denen der Belag erneuert wurde, fiel auf, dass an vielen Schleusen gebaut wird. Es ist geplant, den derzeit gesperrten Teil in wenigen Jahren für touristische Zwecke wiederzueröffnen, ein schönes Projekt, wie ich finde.

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Das erste der beiden Cafés an der Strecke kurz vor Marckolsheim war nicht geöffnet, aber das zweite bei Artzenheim kurz vor dem Ende der Kanalstrecke war geöffnet. Wir kehrten ein und hatten ein sehr leckeres Mittagessen und vor allem bei der Wärme und Sonne sehr viel zu trinken.

Nach dem Ende des Kanalradweges fuhren wir ein kleines Stück ruhiger Landstraße, dann noch ein wenig auf einem dedizierten Radweg und noch einmal kurz Landstraße, bevor wir zur Rheinbrücke in Richtung Deutschland gelangten. Die Radwege auch auf deutscher Seite waren größtenteils besser als erwartet und so kamen wir am Nachmittag an unserem Ziel Freiburg an.

Nach dem Check-In im Hotel mit Duschen und Umziehen machten wir noch einen Spaziergang in Richtung Messe und zu einem kleinen Abendessen. Mit einem Umweg über den Supermarkt ging es kurz nach Sonnenuntergang ins Hotel.

Tag 1: Basel – Straßburg

Von Waldshut, wo wir zur SPEZI 2025 eine Unterkunft hatten, fuhren Micha und ich nach einem kleinen Frühstück beim Sonntags offenen Bäcker neben dem Bahnhof mit dem Regionalexpress nach Basel. Die Strecke am Rhein in diesem Bereich führt häufig als Radweg entlang von großen Straßen, die Uferwege sind oft nicht asphaltiert, was nach dem Regen der letzten Tage erfahrungsgemäß nicht zum Fahrspaß beiträgt.

So starteten wir also gegen halb elf am Vormittag bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen von Badischen Bahnhof. Die Fahrt durch die Stadt war auf auf angenehmer Infrastruktur. Wir machten einen kurzen Abstecher nach Deutschland, um dann über die Passerelle des Troys Pays, die Brücke am Dreiländereck, nach Frankreich zu fahren. Von dort folgten wir dem Eurovelo 15 neben dem Canal de Huningue zunächst bis zur Schleuse Niffer. In der Vorplanung hätte hier die Entscheidung angestanden, die Tour via Mulhouse und den Ballob d’Alsace fortzusetzen oder – wie wir es dann taten – in Richtung Straßburg weiter zu fahren, kurz hinter Neuf-Brisach dann am Canal du Rhône au Rhine. Die Entscheidung hatten wir aber schon in den Tagen zuvor getroffen, da wir beide mit mäßiger Kondition in die Tour gegangen waren und nicht am ersten oder zweiten Tag gleich in so einen Anstieg wollten.

Das nächste Zwischenziel war Neuf-Brisach. Die Fahrt dorthin geht über die Dörfer, meist auf gut ausgebauten Radwegen entlang der relativ ruhigen Departements-Straßen, oft aber auch auf Bahntrassenradwegen oder Wirtschaftswegen. Kurz nach 13 Uhr erreichten wir die Planstadt Neuf-Brisach und setzen uns am Marktplatz in ein Café für einen Snack.

Auf der Weiterfahrt kürzten wir ein paar Umwege des Eurovelo 15 ab und fuhren auf der Landstraße auf kürzestem Weg bis zum Kanal. Anfänglich gibt es auf dem begleitenden Weg einige wassergebundene Abschnitte, die jedoch so gut gebaut sind, dass dies selbst mit schmalen Reifen unproblematisch ist. Im weiteren Verlauf st der Weg aber überwiegend asphaltiert. Wir hatten in der Mittagspause nach einem Blick auf die Karte beschlossen, dass uns Marckolsheim zu nah dran sei – und dann bis Straßburg kaum noch Orte mit Infrastruktur (Unterkunft, Restaurant, Supermarkt für Versorgung mit Getränken am kommenden Tag) am Weg lagen – und wir somit bis Straßburg durchziehen wollten. Bei einer Tour, die gerade mal einen 100km Tagesschnitt erfordert sind 130km vielleicht nicht der klügste Einstieg, aber es lässt notfalls hinten raus mehr Platz für Sightseeing.

So wunderschön, störungsfrei und entspannend der Weg entlang des Kanals ist, so wenig gibt es zu erzählen. Wer ihn nicht kennt, sollte ihn unbedingt mal fahren. Auch im Sommer ist der Weg wegen der vielen Bäume und des Schattens neben dem Wasser eine Empfehlung. Gänse, Schwäne, Enten, Graureiher gibt es zu sehen – und natürlich sind jede Menge Radfahrer selbst jetzt schon unterwegs, von flinken Bikepackern, über Rennradler und E-Bike-Senioren bis hin zu Familien mit Kindern ist alles dabei.

In Straßburg hatten wir ein Hotel gegenüber des toll gestalteten Bahnhofs gefunden, von hier ist es nur ein kurzer Spaziergang in die Altstadt, wir wir zu Abend aßen und noch einen kleinen Spaziergang zur Auflockerung der Beinmuskulatur unternahmen mit herrlichen Blicken auf die Fachwerkhäuser und Brücken.

Freiburg (Ruhetag)

Offenburg bot nicht so viel, in Freiburg gab es aber eine Demonstration zum Globalen Klimastreik. So nutzte ich die Gelegenheit des Ruhetages und traf mich dort mit ein paar Leuten, um für die Einhaltung der Klimaziele zu demonstrieren und dann abseits noch etwas Freiburg zu erkunden.

Vor der Kundgebung hatte ich noch die Möglichkeit, auf den Schlossberg zu laufen, später waren wir noch beim Food Sharing Markt gemeinsam essen, bevor es – nach Besuch der lokalen Energiewende Gruppe – zurück ins Hotel nach Offenburg ging.

Mulhouse – Offenburg

Eine letzte und im Gegensatz zu den vorherigen Tagen kurze Etappe stand an. Ich ließ mir Zeit beim Frühstück, sattelte das Rad und dann ging es nach wenigen hundert Metern auf den Radweg.

Beim Frühstück hatte ich geschaut, wohin es gehen sollte. Dabei stand die Frage im Raum: Wo sollte ich übernachten, wann und von wo gab es Optionen mit dem Zug nach Berlin zu fahren. Am liebsten wäre ich nur die kurze Strecke bis Freiburg gefahren, dort war aber an Unterkünften wenig brauchbares übrig, so entschied ich mich für Offenburg, das bahntechnisch hinreichend gut nach Freiburg oder Karlsruhe angebunden ist. Ein Radreservierung ab Karlsruhe hatte ich für den Samstag ergattern können.

Kurz hinter Mulhouse nach der Abbiegung vom EV6 geht es dann ein paar Kilometer schnurgerade durch den Wald, dann folgen einige Landstraßen und ein Bahnradweg – ich halte mich hier nicht komplett an die ausgeschilderten Radrouten. Neuf-Brisach, die tolle Festungsstadt, ließ ich diesmal links liegen und fuhr an den Kanal in Richtung Straßburg. Ich wusste, dass dort in Höhe Marckolsheim direkt am Radweg an alten Schleusen zwei Möglichkeiten für ein Mittagessen bestanden, eine davon nutzte ich auch.

Nach dem Buchen eines Hotels baute ich am Handy noch einen guten Track nach Offenburg und lud ihn ins Navi, dann fuhr ich die letzten 60 Kilometer der Tour, größtenteils am Kanal.

Da ich früh genug im Hotel war, verabredete ich mich noch abends zum Essen in Freiburg, wo ich mit dem Zug hinfuhr.