Tag 14: Pont-à-Mousson – Trier

Nach dem Aufstehen fühlte ich mich relativ frisch und erholt, also packte ich meine Tasche und zog mich reisefertig an, bevor es zum Frühstück ging. Dort achtete ich auf meine Proteine und die Kohlenhydrate und natürlich auch auf jede Menge Flüssigkeit.

Vom Hotel musste ich nur kurz über die Brücke auf die andere Moselseite fahren, dann war ich auch gleich auf dem Radweg am Ufer der kanalisierten Mosel, die sich kurz nach nach dem Ort vom natürlichen Flusslauf trennt. So war der Weg bis Metz schnell, aber auch relativ ereignislos. Es ist schön zu fahren, aber vielerorts nicht sonderlich beeindruckend auf dem Weg zwischen Kanal und Mosel. Dafür gibt es Schatten – ein nicht zu unterschätzender Vorteil an diesen durchweg sonnigen Tagen.

Die Strecke durch Metz ist abgesehen von einer kleinen Baustellenumleitung gut zu fahren, man bekommt von der Stadt nicht viel mit, wenn man nicht explizit abbiegt. Hinaus geht es noch durch ein kleines Industriegebiet. Auf dem Weg traf ich kurz vor Thionville vier deutsche Bikepacker, die die Mosel gemeinsam von der Quelle zur Mündung befuhren. Nach einem kurzen Gespräch fuhr ich weiter nach Thionville, wo ich im Fahrradladen (vergeblich…) versuchte einen Ersatzschlauch zu bekommen.

Als ich gerade aus dem Laden kam, traf ich die vier wieder und schloss mich einer kleinen Essenspause an. Anschließend fuhren wir gemeinsam am Atomkraftwerk Cattenom vorbei bis Contz-les-Bains, wo ich die Flusseite wechselte, um durch Apach und Perl zu fahren, während die anderen die (schnellere) Departements-Straße nach Schengen bevorzugten – wo wir uns am Schengen-Denkmal dann trotzdem noch einmal kurz trafen.

Von dort fuhr ich allein weiter, vorwiegend auf der deutschen Seite in Richtung Trier. Erst in Konz wechselte ich noch einmal die Seite des Flusses, da ich in Trier zu Velopoint wollte wegen des Schlauches – diesmal erfolgreich! Der Laden führt auch Liegeräder, ich unterhielt mich noch eine Weile nett mit einem der Verkäufer, der auch auf der SPEZI gewesen war.

In Trier setzte ich mich kurz auf ein Getränk in ein Café in der Innenstadt und suchte mir eine Unterkunft, nahe am Radweg für einen guten Start am folgenden Tag. Nach dem Check-In und dem obligatorischen Duschen und Umziehen lief ich in die Innenstadt, besorgte Batterien für einen meiner Sensoren, Saft für den nächsten Tag und ging noch essen.

Tag 13: Pont-à-Mousson (Ruhetag)

Zwar ging es mir morgens etwas besser als am vorherigen Abend und ich konnte sogar ein kleines Frühstück zu mir nehmen, aber bereit zum Fahren fühlte ich mich nicht wirklich.

Nach dem Frühstück verlängerte ich meine Hotelbuchung um eine Nacht, dann machte ich einen kleinen Spaziergang. Nach einer Pause am Mittag suchte ich Nachmittags noch einen Supermarkt auf. Abends traute ich mich dann wieder, etwas zu essen.

Tag 12: Épinal – Pont-à-Mousson

Nach dem Frühstück im Hotel machte ich erst einmal einen Abstecher zum örtlichen Fahrradladen: Eines meiner Schaltröllchen eierte vor sich hin und so war sauberes Schalten nicht mehr möglich. Das Problem konnte rasch behoben werden und ich konnte den Tag starten.

Bei der improvisierten Ausfahrt aus Épinal tat ich mich etwas schwer, bis ich dann endlich den Kanalradweg gefunden und den Ort hinter mir gelassen hatte. Dann lief es gut. Die Sonne schien, die Temperatur kletterte rasch auf über 20°C und der Weg war, wie so oft an den französischen Kanälen, hervorragend.

Die flacher werdenden Ausläufer der Vogesen begleiteten mich, so wie die Mosel und eine Bahnstrecke. Die Landschaft war schön, vereinzelt kamen andere Personen auf dem Rad entgegen oder ich überholte welche, schon relativ viele Tourenradler mit Gepäck, aber auch einige auf dem Rennrad.

Kurz vor meinem Einfädelungspunkt auf die Strecke, die ich mit Micha vor einem Jahr gefahren bin bei Nancy, gilt es noch einen Hügel zu überwinden. Typisch für die Radwege an den Kanälen natürlich entlang einer Reihe von Schleusen, also mit dem Rad relativ problemlos zu fahren.

Da ich in Nancy 80km hinter mir hatte und es noch im Zeitfenster für Mittagessen lag, machte ich diesmal den Abstecher in die Innenstadt von Nancy – ein wirklich lohnenswerter Marktplatz, ähnlich der Placa Mayor in spanischen Städten. Ich aß zu Mittag, suchte eine Apotheke auf, weil ich einen feinen Splitter im Handballen hatte und fuhr dann durch den Park wieder zurück zum Kanal und zur Mosel.

Da es bisher gut gelaufen war, hatte ich eigentlich auf dem Plan, noch bis Metz oder kurz vor Metz zu fahren, allerdings fühlte ich mich nach und nach etwas matt, so dass ich in Pont-à-Mousson beschloss, mir eine Unterkunft zu suchen.

Nach dem Duschen und dem Gang zum Supermarkt wurde mir zunehmend etwas flau und Verdauungsprobleme offenbarten den Grund für meinen matten Zustand. Abends ging es nicht mehr zu essen raus, ich blieb einfach liegen.

Tag 11: Uffholtz – Épinal

Das Frühstück kam aufs Zimmer, ein typisch französisches: Baguette mit Butter, ein Croissant mit Marmelade, ein Schokocroissant, eine Kiwi und ein Becherchen Apfelmuß, dazu ein Tee und Orangensaft. Für den Geschmack in meiner Getränkeblase hatte ich mir etwas Saft gewünscht, es kam eine Packung Apfelsaft – toll, wenn einem Gastgeber so helfen, wenn es im Ort einfach mal keinen (offenen) Supermarkt gibt.

Nach dem Losfahren ging es sofort in die Auffahrt zum Grand Ballon, zu deutsch dem Großen Belchen – dem höchsten Berg der Vogesen. Der Anstieg auf der Route des Crétes teilt sich in zwei einzelne Anstiege – der erste ist mit 10km Länge und einer durchschnittlichen Steigung von 6% auf dem Papier moderat, aber in der Realität durch kleine Zwischenabfahrten und flachere Stellen dann doch fordernd. Von dort geht es zum Cal Amic, dann noch einmal ein Stück runter – wobei sich der Blick auf den nächsten Abschnitt und den Grand Ballon eröffnet. Zwischendurch gibt es aber immer wieder tolle Blicke ins Tal oder auf die Vogesen.

Am Montag Vormittag Ende April ist auch wenig Verkehr, so dass die Auffahrt Spaß macht. Die restliche Steigung bis zum Grand Ballon ist mit 6km etwas kürzer, aber mit 8% Schnitt etwas steiler – dafür aber ist die Steigung gleichmäßiger, fast ohne steile Rampen.

Oben gönnte ich mir – neben dem wunderbaren Ausblick – eine Orangina und einen Cookie, es gab noch eine Unterhaltung mit zwei Berliner Motorradfahrern. Anschließend geht es auf dem Kamm noch etwas weiter, eine kleine Abfahrt, aber auch noch ein paar mal moderat hoch. Danach folgt eine rasante Abfahrt über die D430 und D486 nach Cornimont, von wo es dann erstmal auf einem Bahnradweg weitergeht bis Remiremont.

Auf eine relativ ruhigen Straße, die aber laut Beschilderung irgendwo gesperrt sein sollte (und vermutlich auch deswegen sehr ruhig war) fuhr ich weiter – die Sperrung stellte sich zum Glück als mit dem Rad passierbare Baustelle heraus (ich hatte zwischenzeitlich einen entgegenkommenden Radfahrer gefragt).

In Archette schlug mein Reifendrucksensor an. Zuerst brauchte ich aber etwas zu essen. Neben einem Schaden am Mantel, mit dem ich aber weiterfahren kann, hatte sich der Patch vom letzten Flicken gelöst – diesmal applizierte ich klassisches Flickzeug, denn einen neuen Schlauch hatte ich noch immer nicht bekommen.

Ich beschloss dann, in Épinal zu bleiben, zum einen musste ich dringend Essen, zum anderen bietet der Ort die Möglichkeit, am Dienstag im Fahrradladen nochmals zu versuchen, einen Ersatzschlauch zu bekommen.

Ein Hotel steuerte ich direkt an und checkte ein, als ich ermittelt hatte, dass das rad über Nacht sicher stehen kann. Nach dem Duschen und Umziehen machte ich noch die Einkäufe für den kommenden Tag und ging essen, dann war es Zeit zum Schlafen.

Tag 10: SPEZI / Freiburg – Uffholtz

Der Vormittag war nochmals für die SPEZI eingeplant. Ich packte, tauschte mit Micha, der an diesem Tag mit der Bahn in Richtung Berlin fuhr, noch einige Sachen, dann checkten wir aus und ließen Rad und Gepäck noch bis zur Abreise im Hotel. Gemeinsam zogen wir zum Bäcker um die Ecke, frühstückten und liefen in Richtung SPEZI, wo sich dann Yvonne bereits verabschiedete und auf den Weg nach Hause machte.

Auf der SPEZI selbst standen noch ein kleines Mastodon-Meetup, Feedback an Radical nach dem Packen meiner neuen Tasche und natürlich noch eine kleine Verabschiedung von Gary und dem Laidback Bike Report Team an, sowie ein Treffen mit Gerald von Hofrad. Damit war der Vormittag dann auch bestens verplant und statt wie geplant um 12, kam ich erst um 13 Uhr los. Da aber nur etwas mehr als 70 flache Kilometer auf dem Plan standen, war das nicht wirklich dramatisch.

Ich nutzte die gute Freiburger Fahrradinfrastruktur, um den Ort zu verlassen und bei über 20°C und praller Sonne fuhr ich dann südwestlich aus der Stadt. Zwischen Weinbergen und Feldern, aber auch durch Orte, hatte ich ein leichtes Gefälle und kam gut voran, auch der Wind war mir hold.

Bei Fessenheim überquerte ich den Rhein und kreuzte im Ort die Strecke, die ich schon häufig und Nord-Süd-Richtung (bzw. umgekehrt) gefahren bin. Auf Landstraßen mit mäßigem Verkehr kam ich bis Ensisheim, von dort nutze ich einen Bahntrassenradweg und weitere autofreie Infrastruktur bis Cernay. Zum Ende hin wurde ich etwas langsamer, denn hier ging es leicht bergan. Von Cernay nach Uffholtz war es dann nicht mehr weit, aber das Garmin zeigte bereits den für den kommenden Tag geplanten Anstieg an.

Zum Essen lief ich später noch nach Cernay zurück, denn in Uffholtz hatte am Sonntag alles geschlossen. Die Auswahl war auch dort eingeschränkt (Pizza, Döner, Burger – ich entschied mich für letzteres), aber besser als nichts.