Im Hotel gab es kein Buffet, aber dennoch ein reichhaltiges Frühstück. Ein kurzer Abstecher zum Radladen nach dem Checkout bestätigte nur, dass wir mit seltenen Schlauch- und Reifengrößen unterwegs sind, verschaffte aber nicht die Möglichkeit, mir die korrekten Ersatzschläuche in die Tasche zu stecken.

Direkt hinter dem Radladen beginnt auch schon der Milseburgradweg. Das Wetter ist wolkenlos,wenn auch anfangs noch kühl, aber nicht wirklich kalt. Nach einem kurzen Einradeln mit leichtem Gefälle geht es dann mit einer moderaten Bahnradweg-Steigung zum Scheitelpunkt der Strecke nahe des namensgebenden Ortes Milseburg. Das Highlight des Weges ist der mehr als ein Kilometer lange Tunnel, ab dem es dann auch bergab geht.
Neben dem anstrengungsfreien Fahren hat bergab noch einen Vorteil, jedenfalls nach dem Verlassen des Tunnels: es gibt immer wieder beeindruckende Blicke über die Landschaft. Wir genießen die Abfahrt bis an den Stadtrand von Fulda. Der Weg durch die Stadt hat sich auch gefühlt seit meinem letzten Versuch 2021 verbessert, es gibt noch ein paar kleine Verwirrungen, aber prinzipiell kamen wir gut rein und auch wieder hinaus.

Auf dem Weg ins Kinzigtal gilt es noch ein paar kleine Hügel zu überwinden, ab und zu geht es über (meist ruhige) Straßen oder straßenbegleitende Radwege, aber am meisten über einen dedizierten Radweg, auch wenn dieser einige Kurven und Wendungen mit sich bringt.
Zwischen Flieden und Schlüchtern, bei Gomfritz, müssen wir eine Baustelle umfahren (das hatte ich bereits eingeplant), dabei gab es noch zwei knackige Steigungen zu überwinden, die normalerweise nicht dabei gewesen wären, dafür gibt es einen tollen Blick über die Landschaft und eine rasante Abfahrt.

In Schlüchtern essen wir zur Mittag und dopen mit etwas Espresso, dann geht es weiter, häufig auch an der ICE-Trasse entlang, die ich so oft schon gefahren bin. Endlich sehe ich die Wege mal aus der anderen Perspektive! Steinau an der Straße ist ein niedlicher Ort auf dem Weg, bevor es zur Kinzigtalsperre geht, der vielleicht aufälligste Ort beim Blick aus dem Zug.
Von dort bis Hanau geht es flach, oft mit fast unmerkbarem Gefälle über die Felder, entlang der Bahn und der Autobahn. Wir treffen noch zwei Rennradler und haben nach dem Mittag sogar genug Energie für einen kleinen sportlichen Wettkampf.

Da wir durch die zwei Tage mit kaltem, regnerischen Wetter einige Zeit verloren haben, beschließen wir ab Hanau via Frankfurt bis Mannheim mit der Bahn abzukürzen. Die Strecke kennen wir in Teilen und sie ist der vielleicht am wenigsten aufregende Part.
Abends ins Mannheim kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten für den folgenden Tag und den Abend ein, dann heißt es (Aus-)schlafen.












